Dienstag, 30. Juni 2020

Family Business

Ach, liebe Lavendel,

es gibt Momente, da beneide ich dich nicht und genieße mein Leben als Luxusweib, das sich alle paar Jahre den Maler-Nachbarn von nebenan rekrutiert und den alles streichen lässt, während ich das Wochenende nach Paris Baddeckenstedt entschwinde. 

Eine Tortur ist das: streichen bei Gluthitze. Und das ist es ja schon bei 14 Grad. Und den Umzugswagen besorgst du auch noch? Fährst ihn womöglich? Mein Liebe, es ist was faul im Staate Dänemark. Ich glaube, deine Brut hat nicht verstanden, dass du ein lebend Ding bist. Oder du selbst hast es so gut verborgen und springst allzeit bereit in jede Bresche, die sich dir in den Weg stellt, dass die glauben, dir mache das unbändigen Spaß.

Was es ja evtl. auch ein ganz klein bisschen macht? Wenn ich immerzu mein kleines Familienunternehmen am laufen halten und retten müsste, erfolgreich dabei wäre, hielte ich mich im Lauf der Jahre womöglich auch für unbesiegbar und mit ewig haltendem Treibstoff ausgestattet. Dein Nachwuchs jedenfalls nimmt das offenbar an. 

Später mehr, meine Liebe. Denn auch ich muss jetzt los, die Welt retten. 
Deine Annika

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